Schlagwort-Archive: Forschungsdaten

Workshopbericht online: Für die Ewigkeit?: (Wann) gehören Forschungsdaten in Archive und wie kommen sie dort hin?

Ende letzten Jahres wurde der gemeinsame Workshop des Arbeitskreises Archive und des Arbeitskreises Forschungsdaten der Leibniz-Gemeinschaft veranstaltet. Die Idee war, innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft mit unterschiedlichen Akteur:innen und Praktiker:innen in einen Austausch über den Umgang mit Forschungsdaten und deren langfristige Archivierung zu kommen.

Die Teilnehmenden trafen sich für zwei Tage in der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin. Nach Impulsvorträgen von Expert:innen aus der Leibniz-Gemeinschaft und externen Institutionen mit anschließender Diskussion wurde am zweiten Tag in Gruppenarbeit zusammen mit den Vortragenden intensiv an zuvor festgelegten Fragestellungen gearbeitet.

Über die einzelnen Fragen und Perspektiven, erste Ergebnisse und den Bedarf nach einem weiteren Austausch gibt der gemeinschaftliche Bericht der Organisator:innen, der auf der Plattform Zenodo unter: https://doi.org/10.5281/zenodo.19216402 abrufbar ist, einen Überblick.

Foto: E-J. Howell (IfZ)

40. Treffen des AK-Archive im LEIZA: Alles für die Ewigkeit? E-Mail- und Forschungsdatenarchivierung

Ende September kamen die Kolleginnen und Kollegen des AK Archive in der Leibniz-Gemeinschaft am Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz zu einem zweitägigen Arbeitstreffen zusammen. Sie waren der Einladung von Dr. Annette Frey, Leiterin des Arbeitsbereichs Bibliothek und Archiv, und ihrem für das Bildarchiv zuständigen Kollegen Mag. Dominik Kimmel gefolgt. Als Themenschwerpunkte standen dieses Mal die E-Mail-Archivierung und der Umgang mit Forschungsdaten auf der Agenda. Nach Begrüßung durch den Administrativen Direktor des LEIZA Dr. Torsten Fischer, den üblichen Berichten sowie der Wahl der zweiten Sprecherin des Arbeitskreises, führte Annette Frey in das erste Thema ein. Die Erhaltung der E-Mails als mittlerweile grundlegende Form der geschäftlichen Korrespondenz in möglichst originaler Form sei notwendig. Dabei sind die Voraussetzungen an den einzelnen Häusern sehr unterschiedlich, wie die beiden Werkstattberichte von Birgit Seeliger, Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik, Leibniz-Institut im Forschungsverbund Berlin e.V., und Dr. Esther-Julia Howell, Institut für Zeitgeschichte, sowie der Gastbeitrag von Kerstin Albers zur Archivierung von E-Mails im Rahmen der E-Akte im Landtagsarchiv Rheinland-Pfalz zeigten. Gemein waren allen, wie wichtig die Unterstützung der Hausleitung sowie die Mitarbeit aller zuständigen Stellen bei der Umsetzung der Maßnahmen ist, worum sich auch die anschließende Diskussion drehte. 

Im Anschluss konnten sich die Teilnehmenden bei der Führung durch das Haus nicht nur einen guten Überblick über die Arbeit des LEIZA und seine Geschichte besonders im Bereich des Archivs verschaffen, sondern auch über den Neubau mit den gut ausgestatteten Magazinen. Und durfte auch schon einmal einen Blick hinter die Kulissen zur geplanten Ausstellung nehmen.

Der Umgang mit Forschungsdaten in den Archiven der Leibniz-Gemeinschaft wurde am zweiten Tag angeregt diskutiert. Annette Frey und Dominik Kimmel führten in das schon seit längerem in der archivischen Fachcommunity und auch im AK Archive diskutierte Thema ein. Der Kreis wurde an diesem Tag durch Dr. Allard Mees, Wissenschaftliche IT des LEIZA, verstärkt. Denn wie bei der E-Mail-Archivierung sind Forschungsdaten eine Gemeinschaftsaufgabe, die vielerlei Expertise in den Häusern braucht. Wann die Archive tätig werden bzw. tätig werden müssen, ist dabei eine wichtige Frage. Sehen doch die bisherigen Vorgaben lediglich eine Sicherung der Forschungsdaten von zehn Jahren vor. Dr. Kai Drewes berichtete so aus dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, dass hier bewusst entschieden wurde, dass ein vom Archiv separates Forschungsdatenmanagement zuständig sei. Nach entsprechender archivischer Bewertung seien aus seiner Sicht die Forschungsdaten aber durchaus ein Thema für das Archiv. Die Diskussion geht also weiter und der AK Archive sieht es als seine Aufgabe, hier Perspektiven für die Leibniz-Gemeinschaft zu erarbeiten. Dabei wird der Austausch auch mit anderen Arbeitskreisen und Stellen zu suchen sein – Forschungsdaten sind eben eine Gemeinschaftsaufgabe.

Foto: R. Müller, Leibniz-Zentrum für Archäologie